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22.06.2026 8 Min Lesezeit

Google Ads Performance Max: 3 neue Funktionen ab Juni 2026

Google hat am 15. Juni 2026 drei neue Funktionen fuer Performance Max veroeffentlicht. Fuer kleine Unternehmen aendert sich damit die Art, wie sie Gebote steuern, Budgets in Spitzenzeiten verwalten und Anzeigen testen.

Was Google am 15. Juni 2026 angekuendigt hat

Google hat drei Updates fuer Performance Max Kampagnen veroeffentlicht, die ab sofort weltweit verfuegbar sind. Die Aenderungen betreffen drei Bereiche: Gebotssteuerung, Budget-Management bei Aktionen und kreative Tests.

Fuer KMU ist das relevant, weil Performance Max inzwischen der Standard-Kampagnentyp bei Google Ads ist. Wer seit der Umstellung von DSA auf AI Max nur noch Performance Max nutzt, muss diese neuen Hebel kennen — sonst verschenkt der Algorithmus Budget an die falschen Suchanfragen.

Info

Laut Google Business Accelerate Blog vom 15. Juni 2026 sind alle drei Funktionen ab sofort in allen Google Ads Konten verfuegbar — auch fuer Kampagnen ohne Produkt-Feed (also nicht nur E-Commerce).

Smart Bidding Exploration: Mehr Reichweite mit kontrolliertem Risiko

Die erste Neuerung heisst Smart Bidding Exploration. Bisher konnte der Google-Algorithmus nur auf Suchanfragen bieten, fuer die er eine nachweisbare Conversion-Historie hatte. Das Problem: Viele relevante Suchanfragen wurden nie getestet, weil die Datenbasis zu duenn war.

Mit Smart Bidding Exploration legt der Werbetreibende eine ROAS-Toleranz fest. Der Algorithmus darf dann auch auf Suchanfragen bieten, bei denen noch keine Conversion-Daten vorliegen — aber ein Potenzial erkannt wird. Je hoeher die Toleranz, desto breiter die Exploration.

Was das fuer KMU bedeutet

Ein Handwerksbetrieb, der bisher nur auf „Dachdecker Hamburg Notdienst" Conversions hatte, koennte durch Exploration auch bei „Dachsanierung Altbau Hamburg" erscheinen — ohne manuell neue Keywords anlegen zu muessen.

Vor dem Aktivieren pruefen

  • ✓ Conversion-Tracking laeuft sauber (Test-Conversion in den letzten 7 Tagen)
  • ✓ Tages-Budget hat mindestens 20% Puffer
  • ✓ ROAS-Toleranz zunaechst auf 10-15% setzen, nicht hoeher

Risiko-Einschaetzung: Wer die Toleranz zu hoch setzt, gibt dem Algorithmus einen Blankoscheck. Fuer ein typisches KMU-Budget von 500-2.000 Euro im Monat empfehle ich maximal 15% ROAS-Toleranz zum Start — und nach 14 Tagen die Suchanfragenberichte pruefen.

Promotion Mode: Budget-Steuerung fuer Aktionszeitraeume

Die zweite Funktion heisst Promotion Mode und ist aktuell als Beta verfuegbar. Sie loest ein konkretes Problem: Saisonale Spitzen oder befristete Angebote liessen sich bisher nur durch manuelle Budget-Erhoehungen abbilden — mit dem Risiko, dass der Algorithmus die Lernphase zuruecksetzt.

Der Promotion Mode erlaubt es, fuer einen definierten Zeitraum:

  • das Tagesbudget temporaer zu erhoehen
  • die ROAS-Toleranz gleichzeitig anzupassen
  • automatisch zum Normalbetrieb zurueckzukehren

Typische Anwendungsfaelle fuer KMU

✓ Tun

  • Promotion Mode bei geplanten Aktionen nutzen (Messe, Saisonstart, Angebotswochen)
  • Zeitraum + Budget-Erhoehung vorher festlegen
  • Mindestens 3 Tage Vorlauf einplanen

✗ Lassen

  • Promotion Mode als Dauer-Zustand laufen lassen
  • Budget mehr als verdoppeln ohne Daten-Grundlage
  • Waehrend laufender Promotion die Einstellungen aendern

Ein Zahnarzt, der im September eine Prophylaxe-Aktion bewirbt, kann den Promotion Mode fuer zwei Wochen aktivieren: Budget +40%, ROAS-Toleranz +10%. Nach der Aktion kehrt die Kampagne automatisch zu den Normalwerten zurueck, ohne dass der Algorithmus neu lernen muss.

Asset-Experimente: Anzeigen endlich sauber testen

Die dritte Neuerung sind Asset-Experimente fuer Performance Max. Bisher war das groesste Problem bei PMax-Kampagnen die fehlende Testbarkeit: Google mischte alle Assets (Texte, Bilder, Videos) automatisch — und der Werbetreibende sah nur aggregierte Ergebnisse.

Mit Asset-Experimenten koennen KMU jetzt:

1. Komplette Asset-Gruppen gegeneinander testen — z.B. „Professionelle Fotos" vs. „Smartphone-Bilder" 2. Einzelne Assets isoliert messen — z.B. ein neuer Anzeigentitel gegen den bestehenden 3. Saisonale Creatives gegen Evergreen testen — z.B. Weihnachts-Motive vs. ganzjaehrige Motive

Warum das fuer kleine Budgets wichtig ist

Bei einem Monatsbudget von 1.000 Euro kann ein schlechtes Anzeigen-Creative den Unterschied zwischen 5 und 15 Anfragen bedeuten. Bisher war dieser Unterschied unsichtbar, weil Google alles in einen Topf warf. Jetzt laesst sich isoliert messen, welche Bilder, Texte und Videos tatsaechlich performen.

Info

Google empfiehlt eine Testlaufzeit von mindestens 14 Tagen und ein Mindestbudget von 50 Euro pro Tag fuer statistisch belastbare Ergebnisse. Bei kleineren Budgets besser 21-28 Tage einplanen.

Konkrete Einrichtung: Schritt fuer Schritt

So aktivieren Sie die neuen Funktionen in Ihrem Google Ads Konto:

Smart Bidding Exploration: 1. Kampagne oeffnen → Einstellungen → Gebote 2. Unter „Ziel-ROAS" erscheint jetzt „Exploration" 3. Schieberegler fuer ROAS-Toleranz einstellen (Start: 10-15%) 4. Speichern — Aenderung greift sofort

Promotion Mode (Beta): 1. Kampagne oeffnen → Einstellungen → Budget 2. „Promotion planen" auswaehlen 3. Start- und Enddatum festlegen 4. Budget-Erhoehung und ROAS-Anpassung eingeben 5. Speichern — Promotion startet automatisch zum gewaehlten Datum

Asset-Experimente: 1. Kampagne oeffnen → Asset-Gruppen 2. „Experiment erstellen" klicken 3. Testgruppe und Kontrollgruppe definieren 4. Laufzeit festlegen (mindestens 14 Tage) 5. Ergebnisse unter „Experimente" im Kampagnen-Tab einsehen

Welche Fehler KMU jetzt vermeiden sollten

Neue Funktionen bedeuten neue Fehlerquellen. Aus der Erfahrung mit bisherigen PMax-Updates sind das die haeufigsten Stolperfallen:

Fehler 1: Alles gleichzeitig aktivieren. Wer Smart Bidding Exploration, Promotion Mode und neue Asset-Gruppen am selben Tag startet, kann Ergebnisse nicht mehr zuordnen. Besser: eine Funktion pro Monat einschalten und messen.

Fehler 2: Exploration ohne Conversion-Tracking-Check. Smart Bidding Exploration funktioniert nur, wenn die Conversion-Daten sauber sind. Wenn Ihr Tracking seit dem Consent Mode v2 Update nicht aktualisiert wurde, werden die Gebote auf falschen Daten basieren.

Fehler 3: Zu hohe ROAS-Toleranz bei kleinem Budget. Bei 30 Euro Tagesbudget und 50% ROAS-Toleranz hat der Algorithmus kaum Spielraum fuer sinnvolle Exploration. Die Datenmenge reicht nicht fuer zuverlaessige Entscheidungen. Faustregel: Tagesbudget unter 50 Euro → maximal 10% Toleranz.

Fehler 4: Asset-Experimente mit zu vielen Variablen. Testen Sie nicht 5 Titel, 3 Beschreibungen und 10 Bilder gleichzeitig. Aendern Sie pro Experiment nur eine Variable. Sonst sehen Sie zwar einen Gewinner, wissen aber nicht warum.

Nach 14 Tagen pruefen

  • ✓ Suchanfragenbericht auf irrelevante Klicks checken
  • ✓ Cost per Conversion vor und nach Exploration vergleichen
  • ✓ Asset-Experiment-Ergebnisse dokumentieren
  • ✓ Promotion-Mode-Ergebnisse gegen Vorjahreszeitraum benchmarken

Was sich fuer bestehende Kampagnen aendert

Wer bereits Performance Max Kampagnen laufen hat, muss nichts zwingend aendern — die neuen Funktionen sind optional. Aber: Google wird sie in den kommenden Monaten zunehmend in die automatischen Empfehlungen aufnehmen.

Das bedeutet: Wer den Optimierungsfaktor seines Kontos hochhalten will, wird frueher oder spaeter dazu aufgefordert, Exploration oder Asset-Experimente zu aktivieren. Die automatische Anwendung (Auto-Apply) bei Empfehlungen sollte fuer diese Funktionen deaktiviert bleiben — zumindest bis eigene Erfahrungswerte vorliegen.

Fuer Unternehmen, die Google Ads selbst verwalten, empfehle ich diesen Zeitplan:

  • Woche 1-2: Smart Bidding Exploration mit 10% Toleranz aktivieren, taegliche Kontrolle
  • Woche 3-4: Erste Asset-Experimente starten (ein isolierter Test)
  • Ab Monat 2: Promotion Mode fuer naechste geplante Aktion vorbereiten
  • Ab Monat 3: ROAS-Toleranz basierend auf den Daten anpassen

Fazit: Mehr Kontrolle, aber auch mehr Verantwortung

Die drei neuen PMax-Funktionen geben KMU Werkzeuge, die bisher nur Enterprise-Kunden mit eigenen Ads-Teams sinnvoll nutzen konnten. Smart Bidding Exploration erschliesst neue Reichweite, Promotion Mode vereinfacht saisonale Kampagnen und Asset-Experimente machen Kreativ-Tests endlich messbar.

Der Haken: Jede dieser Funktionen braucht saubere Daten, ein Mindestmass an Budget und regelmaessige Kontrolle. Wer die Funktionen aktiviert und dann drei Monate nicht reinschaut, wird hoehere Kosten bei gleichem Ergebnis sehen.

Wenn Ihr Google Ads Budget unter 500 Euro im Monat liegt, starten Sie ausschliesslich mit Asset-Experimenten — das hat den groessten Hebel bei geringstem Risiko. Smart Bidding Exploration lohnt sich erst ab circa 1.000 Euro Monatsbudget.

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