Was der Promotion Mode ist — und was nicht
Seit Juni 2026 bietet Google Ads den Promotion Mode als Beta-Funktion für Search- und Performance-Max-Kampagnen an. Die Idee: Werbetreibende definieren einen Aktionszeitraum — etwa für einen Saisonverkauf, eine Produkteinführung oder den Black Friday — und Google passt in diesem Fenster automatisch zwei Parameter an:
1. ROAS-Toleranz wird gelockert, sodass das System aggressiver bietet 2. Tagesbudget wird temporär erhöht, um das höhere Suchvolumen abzufangen
Nach Ende des Zeitraums springen beide Werte automatisch auf die Basiseinstellungen zurück. Das unterscheidet den Promotion Mode grundlegend von der bisherigen Saisonalitätsanpassung (Seasonality Adjustments), die lediglich dem Algorithmus signalisiert, dass sich die Conversion-Rate verändert — ohne Budget oder Gebotsziele direkt zu steuern.
Info
Der Promotion Mode ist seit Mitte Juni 2026 als Beta verfügbar und funktioniert aktuell nur in Search- und Performance-Max-Kampagnen. Laut Google Ads Changelog wird die Funktion schrittweise für weitere Kampagnentypen ausgerollt.
Warum die bisherigen Methoden nicht reichen
Viele KMU steuern saisonale Aktionen in Google Ads bisher mit einer von drei Methoden — jede hat Schwächen:
Manuelles Budget hochdrehen: Funktioniert, aber das Gebotssystem braucht nach jeder Änderung 3–7 Tage Lernphase. Bei einer 5-Tage-Aktion ist die Kampagne erst optimiert, wenn die Aktion vorbei ist.
Seasonality Adjustments: Signalisiert Google nur, dass sich die Conversion-Rate ändert. Das System bietet dann zwar anders, aber das Budget bleibt gleich. Bei einem plötzlichen Nachfrageanstieg reicht das Tagesbudget nicht aus, um alle profitablen Klicks mitzunehmen.
Neue Kampagne für die Aktion: Startet ohne Lernhistorie, hat keine Qualitätssignale und performt in den ersten Tagen erfahrungsgemäß 20–40 % schlechter als eine eingespielte Kampagne.
Der Promotion Mode löst alle drei Probleme: Er nutzt die bestehende Kampagnenhistorie, passt Budget und Gebote gleichzeitig an und kehrt danach automatisch zum Normalzustand zurück.
✓ Tun
- Promotion Mode für geplante Aktionen nutzen
- Aktionszeitraum + Budget vorab definieren
- Bestehende Kampagnen verwenden statt neue erstellen
✗ Lassen
- Budget manuell am Aktionstag hochdrehen
- Seasonality Adjustments allein für Budget-Aktionen nutzen
- Neue Kampagnen ohne Historie für 3-Tage-Sales starten
So richten KMU den Promotion Mode ein
Die Einrichtung ist in wenigen Schritten erledigt — vorausgesetzt, die Kampagne nutzt bereits Smart Bidding (Ziel-CPA oder Ziel-ROAS):
Schritt 1: Kampagne auswählen. Der Promotion Mode funktioniert nur in Search- und PMax-Kampagnen mit automatischer Gebotsstrategie. Manuelle CPC-Kampagnen sind ausgeschlossen.
Schritt 2: Aktionszeitraum festlegen. Unter den Kampagneneinstellungen erscheint die neue Option „Promotion Mode" (bei manchen Konten noch unter „Gebotsstrategie → Erweitert"). Hier definieren Sie Start- und Enddatum — empfohlen sind 3 bis maximal 14 Tage.
Schritt 3: ROAS-Toleranz anpassen. Google fragt, um wie viel Prozent Ihr Ziel-ROAS oder Ziel-CPA während der Aktion gelockert werden darf. Eine Lockerung um 15–25 % ist für die meisten KMU ein guter Startpunkt. Bei 50 % oder mehr steigt das Risiko, dass die Kampagne deutlich über dem normalen CPA ausliefert.
Schritt 4: Temporäres Budget festlegen. Legen Sie fest, um wie viel das Tagesbudget während der Aktion steigen soll. Ein Faktor von 1,5× bis 2× des Normalbudgets deckt die meisten saisonalen Spitzen ab.
Schritt 5: Kontrolle einplanen. Auch im Promotion Mode sollten Sie die Kampagne täglich prüfen — besonders den tatsächlichen CPA und die Conversion-Anzahl. Weicht der CPA mehr als 30 % vom Zielwert ab, können Sie den Promotion Mode jederzeit manuell beenden.
Promotion Mode Checkliste
- ✓ Smart Bidding aktiv (Ziel-CPA oder Ziel-ROAS)
- ✓ Aktionszeitraum max. 14 Tage
- ✓ ROAS-Toleranz 15–25 % als Startpunkt
- ✓ Budget-Faktor 1,5× bis 2× festgelegt
- ✓ Tägliche Kontrolle während der Aktion eingeplant
Konkretes Beispiel: Handwerksbetrieb mit Herbstaktion
Ein Heizungsbauer aus Hamburg schaltet das ganze Jahr Google Ads mit einem Tagesbudget von 25 € und einem Ziel-CPA von 35 €. Im Oktober steigt die Nachfrage nach Heizungswartungen regelmäßig um das Dreifache.
Ohne Promotion Mode: Der Betrieb erhöht manuell das Budget auf 60 €. Google braucht 4 Tage, um die Gebotsstrategie anzupassen. In dieser Zeit liegt der CPA bei 55 € statt 35 €. Effektiv verschwendet die Lernphase rund 80 € an zu teurem Traffic.
Mit Promotion Mode: Der Betrieb plant den Aktionszeitraum vom 1. bis 14. Oktober ein. Budget wird auf 50 € erhöht, ROAS-Toleranz um 20 % gelockert. Google nutzt die bestehende Kampagnenhistorie und startet ab Tag 1 mit optimierten Geboten. Nach dem 14. Oktober springt alles automatisch zurück.
Das gleiche Prinzip gilt für Arztpraxen mit saisonalen Leistungen (Grippeschutz im Herbst), Steuerberater vor der Abgabefrist oder Onlineshops zum Black Friday.
Promotion Mode vs. Seasonality Adjustments: Wann was nutzen
Beide Funktionen existieren parallel — und das ist gewollt. Die Einsatzfelder unterscheiden sich:
Promotion Mode eignet sich für:
- Geplante Aktionen mit definiertem Start- und Enddatum
- Situationen, in denen Sie Budget UND Gebotsziel gleichzeitig anpassen wollen
- Kurze Zeitfenster (3–14 Tage), in denen maximale Reichweite zählt
Seasonality Adjustments eignen sich für:
- Vorhersehbare Conversion-Rate-Änderungen ohne Budgetanpassung
- Längere Zeiträume (z. B. gesamte Weihnachtssaison)
- Situationen, in denen nur die Conversion-Rate steigt, nicht die Nachfrage
Für den Black Friday 2026 empfiehlt sich eine Kombination: Seasonality Adjustment für die gesamte Vorweihnachtszeit (November bis Dezember) mit Promotion Mode für die konkreten Sale-Tage (Black Friday bis Cyber Monday).
Was KMU vor Q4 2026 vorbereiten sollten
Der Promotion Mode ist aktuell noch Beta — aber bereits funktionsfähig und in den meisten Google-Ads-Konten verfügbar. Wer ihn für die Herbst- und Weihnachtssaison nutzen will, sollte jetzt drei Dinge tun:
Aktionskalender erstellen. Notieren Sie alle geplanten Aktionszeiträume für September bis Dezember 2026. Typische Termine: Tag der Deutschen Einheit (Brückentag-Aktionen), Halloween, Black Friday (28.11.), Cyber Monday (01.12.), Adventswochen.
Testlauf im September planen. Nutzen Sie eine kleinere Aktion — etwa einen Herbst-Rabatt oder ein Angebot zum Schulstart — als Testlauf für den Promotion Mode. So sammeln Sie Erfahrungswerte, bevor es im November um höhere Budgets geht.
Conversion-Tracking prüfen. Der Promotion Mode funktioniert nur mit zuverlässigem Conversion-Tracking. Wenn Ihre Conversions nicht sauber erfasst werden, optimiert Google auf Basis falscher Daten — und das wird in einem Aktionszeitraum mit erhöhtem Budget besonders teuer.
Info
Google empfiehlt mindestens 30 Conversions in den letzten 30 Tagen, bevor Sie den Promotion Mode aktivieren. Kampagnen mit weniger Daten liefern erfahrungsgemäß unzuverlässige Ergebnisse im Aktionsmodus.
Typische Fehler, die Geld kosten
Zu lange Aktionszeiträume. Der Promotion Mode ist für kurze, intensive Phasen konzipiert. Wer ihn 30 Tage laufen lässt, untergräbt die Basisperformance und zahlt dauerhaft zu viel pro Conversion.
ROAS-Toleranz zu stark lockern. Eine Lockerung um 50 % oder mehr bedeutet: Google darf doppelt so teuer einkaufen wie normal. Für die meisten KMU mit begrenztem Budget ist das ein Risiko, das den Aktionsgewinn auffrisst.
Kein Monitoring während der Aktion. Promotion Mode heißt nicht „einrichten und vergessen". Prüfen Sie täglich CPA, Conversion-Anzahl und Budgetausschöpfung. Wenn die Zahlen entgleisen, beenden Sie den Modus manuell.
Promotion Mode ohne ausreichende Kampagnenhistorie. Neue Kampagnen, die erst seit wenigen Wochen laufen, haben nicht genug Datenbasis für sinnvolle Gebotsentscheidungen im Aktionsmodus. Mindestens 60 Tage Laufzeit mit stabiler Performance sind empfehlenswert.
Saisonale Kampagnen richtig steuern
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