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07.08.2026 9 Min Lesezeit

Google Ads: Display-Kampagnen werden zu Demand Gen

Google stellt klassische Display-Kampagnen ein und verschiebt alles nach Demand Gen. Wer nicht rechtzeitig umstellt, riskiert Leistungseinbrüche und verschwendetes Budget.

Was passiert mit Display-Kampagnen in Google Ads?

Google hat im Juni 2026 begonnen, klassische Display-Kampagnen in das Demand-Gen-Format zu migrieren. Das bedeutet: Das Google Displaynetzwerk (GDN) verschwindet nicht — aber es bekommt ein neues Zuhause. Statt eigenständiger Display-Kampagnen laufen GDN-Anzeigen künftig innerhalb von Demand-Gen-Kampagnen.

Der Zeitplan ist dreistufig:

1. Seit Juni 2026: Freiwillige Migration über ein Tool im Google-Ads-Konto möglich 2. Später 2026: Neue Display-Kampagnen können nur noch als Demand Gen erstellt werden 3. Voraussichtlich 2027: Alle verbleibenden Display-Kampagnen werden automatisch migriert

Info

Laut Google Ads Support bleiben bestehende Display-Kampagnen vorerst funktionsfähig. Die automatische Migration hat kein festes Datum, aber Google empfiehlt, die Umstellung selbst zu steuern, statt auf die Zwangsmigration zu warten.

Für KMU mit laufenden Display-Kampagnen heißt das: Handeln ist nicht sofort Pflicht, aber Abwarten ist die schlechtere Strategie. Wer die Migration selbst steuert, behält die Kontrolle über Einstellungen und Budget.

Display vs. Demand Gen: Was ist eigentlich anders?

Auf den ersten Blick wirkt Demand Gen wie eine erweiterte Version von Display. Tatsächlich ist der Unterschied erheblich — vor allem bei den Ausspielungsorten und der Kampagnensteuerung.

Display-Kampagnen spielen Anzeigen ausschließlich im Google Displaynetzwerk aus: Bannerwerbung auf Partnerwebsites, in Apps und auf YouTube (als In-Stream oder Overlay).

Demand-Gen-Kampagnen bündeln dagegen mehrere Google-Oberflächen:

  • Google Displaynetzwerk (wie bisher)
  • YouTube (In-Feed, Shorts, In-Stream)
  • Google Discover (der Nachrichtenfeed auf Android und in der Google-App)
  • Gmail (Werbung im Postfach)
  • Google Maps

✓ Tun

  • Demand Gen testen, bevor die Zwangsmigration kommt
  • Channel Controls nutzen, um Ausspielungsorte gezielt zu steuern
  • Conversion-Tracking vor der Umstellung prüfen
  • Kreative an die neuen Formate anpassen

✗ Lassen

  • Auf automatische Migration warten
  • Alle Kanäle gleichzeitig aktivieren ohne Testphase
  • Bestehende Display-Creatives unverändert übernehmen
  • Budget ohne Anpassung übertragen

Der entscheidende Unterschied für KMU: Demand Gen ist auf visuelle Werbung optimiert und nutzt Googles KI stärker für Targeting und Gebotssteuerung. Wer bisher mit manuellen Platzierungen und CPC-Geboten gearbeitet hat, muss umdenken.

Was sich bei den Einstellungen konkret ändert

Die Migration ist kein simples Umbenennen. Mehrere Einstellungen funktionieren in Demand Gen anders als in Display — und genau hier passieren die teuren Fehler.

Zielgruppen und Targeting

Display-Kampagnen erlauben detailliertes manuelles Targeting: einzelne Placements, Topics, Keywords im Displaynetzwerk. Demand Gen arbeitet stärker mit Googles Algorithmus und setzt auf:

  • Lookalike-Segmente (ähnliche Nutzer basierend auf bestehenden Kundenlisten)
  • Zielgruppensignale statt harter Einschränkungen
  • Optimiertes Targeting, das Google automatisch erweitert

Für KMU bedeutet das: Wer bisher sehr granular gesteuert hat (z.B. nur bestimmte Websites als Placement), verliert diese Kontrolle teilweise. Die Channel Controls in Demand Gen erlauben zwar, einzelne Kanäle wie YouTube oder Gmail ein- und auszuschalten — aber nicht mehr einzelne Websites gezielt auszuwählen.

Gebotsstrategien

Display-Kampagnen unterstützen noch manuelle CPC-Gebote. In Demand Gen gibt es nur automatisierte Strategien:

  • Conversions maximieren
  • Conversion-Wert maximieren
  • Ziel-CPA
  • Ziel-ROAS

Vor der Migration prüfen

  • ✓ Conversion-Tracking funktioniert zuverlässig (min. 15 Conversions/Monat)
  • ✓ Kundenlisten für Lookalike-Segmente vorhanden (min. 1.000 Einträge)
  • ✓ Bild- UND Video-Creatives in den richtigen Formaten bereit
  • ✓ Budget reicht für 2 Wochen Lernphase ohne Eingriffe
  • ✓ Alle Ziel-URLs funktionieren und sind mobiloptimiert

Anzeigenformate

Display-Kampagnen nutzen primär statische Banner (responsive Display Ads). Demand Gen kann zusätzlich:

  • Einzelbild-Anzeigen (ähnlich Social-Media-Posts)
  • Karussell-Anzeigen (mehrere Bilder zum Durchblättern)
  • Video-Anzeigen (kurze Clips für YouTube und Discover)

KMU, die bisher nur Banner eingesetzt haben, sollten vor der Migration mindestens ein kurzes Video (15-30 Sekunden) und hochformatige Bilder (9:16 für YouTube Shorts) produzieren. Ohne Video-Creatives verschenkt Demand Gen einen Großteil seiner Reichweite.

Schritt-für-Schritt: So migrieren KMU richtig

Die freiwillige Migration über das Google-Ads-Konto dauert wenige Minuten — die Vorbereitung ist das Entscheidende.

Schritt 1: Bestandsaufnahme (1 Stunde)

Notieren Sie für jede laufende Display-Kampagne:

  • Monatliches Budget
  • Durchschnittlicher CPA oder ROAS der letzten 90 Tage
  • Anzahl Conversions pro Monat
  • Verwendete Zielgruppen und Placements
  • Eingesetzte Anzeigenformate

Diese Zahlen sind Ihr Benchmark. Nach der Migration vergleichen Sie damit.

Schritt 2: Creatives vorbereiten (2-5 Stunden)

Demand Gen braucht mehr Formate als Display. Mindestens:

  • 3 Bilder im Querformat (1200x628 px)
  • 3 Bilder im Quadrat (1200x1200 px)
  • 3 Bilder im Hochformat (960x1200 px)
  • Optional: 1 Video (15-30 Sek., 9:16 oder 16:9)
  • 5 Headlines, 5 Beschreibungen, 1 langer Titel

Schritt 3: Testmigration starten

Nutzen Sie das Migrationstool in Ihrem Google-Ads-Konto. Google erstellt eine neue Demand-Gen-Kampagne mit den Einstellungen Ihrer Display-Kampagne. Prüfen Sie vor dem Aktivieren:

  • Sind alle Zielgruppen korrekt übertragen?
  • Stimmt die Gebotsstrategie?
  • Sind die Channel Controls so gesetzt, wie Sie es wollen?

Schritt 4: Lernphase respektieren (2 Wochen)

Nach dem Start braucht Googles Algorithmus mindestens 50 Conversions oder 2 Wochen, um die Kampagne zu optimieren. In dieser Phase:

  • Keine Budgetänderungen über 20 %
  • Keine Zielgruppen-Änderungen
  • Keine neuen Creatives hinzufügen
  • Täglich die Metriken beobachten, aber nicht eingreifen

Info

Google empfiehlt ein Tagesbudget, das mindestens dem 10-fachen des erwarteten CPA entspricht. Bei einem Ziel-CPA von 30 Euro sollte das Tagesbudget also mindestens 300 Euro betragen. Für KMU mit kleinem Budget kann die Lernphase länger dauern.

Schritt 5: Benchmark-Vergleich (nach 30 Tagen)

Vergleichen Sie die Demand-Gen-Performance mit Ihrem Display-Benchmark:

  • CPA gestiegen oder gesunken?
  • Conversion-Rate stabil?
  • Klickrate verändert?
  • Welche Kanäle (YouTube, Discover, GDN) liefern die besten Ergebnisse?

Typische Fehler bei der Migration — und wie KMU sie vermeiden

Aus den ersten Erfahrungen mit der Display-zu-Demand-Gen-Migration kristallisieren sich drei häufige Probleme heraus.

Fehler 1: Budget 1:1 übertragen ohne Lernphase einzukalkulieren. In Display-Kampagnen liefert Google ab Tag 1 Ergebnisse, weil die Kampagne auf eingespielten Einstellungen läuft. Demand Gen muss den Algorithmus erst trainieren. Wer in den ersten zwei Wochen den gleichen CPA erwartet wie vorher, wird enttäuscht sein und vorschnell abschalten.

Fehler 2: Nur GDN aktivieren und YouTube/Discover ignorieren. Demand Gen erlaubt über Channel Controls, einzelne Kanäle auszuschalten. Manche KMU schalten alles außer GDN ab, um „nichts zu verändern". Das funktioniert technisch — aber dann nutzt man Demand Gen wie eine schlechtere Display-Kampagne, weil der Algorithmus weniger Daten zum Optimieren hat.

Fehler 3: Alte Banner-Creatives ohne Anpassung verwenden. Responsive Display Ads werden zwar in Demand Gen unterstützt, aber YouTube und Discover brauchen stärkere Visuals. Ein 300x250-Banner, das auf einer Nachrichtenwebsite funktioniert, wirkt in einem YouTube-Feed deplatziert.

Demand Gen als Chance: Was KMU jetzt gewinnen können

Die Migration ist nicht nur eine Pflichtaufgabe — sie bietet lokalen Betrieben echte Vorteile.

Mehr Reichweite bei gleichem Budget. Demand Gen erreicht Nutzer auf YouTube, Discover und Gmail, die klassische Display-Kampagnen nie erreicht hätten. Ein Handwerksbetrieb, der bisher nur Bannerwerbung auf Regionalzeitungs-Websites geschaltet hat, kann jetzt auch in YouTube Shorts oder im Google-Discover-Feed seiner Zielregion erscheinen.

Besseres Targeting durch Lookalike-Segmente. Wer eine Kundenliste mit mindestens 1.000 E-Mail-Adressen hat, kann Googles KI ähnliche Nutzer finden lassen. Das ist für lokale Dienstleister oft effektiver als breit gestreute Display-Werbung.

Weniger Streuverlust. Demand Gen optimiert stärker auf Conversions als Display. Statt reine Impressionen zu liefern, fokussiert der Algorithmus auf Nutzer, die tatsächlich handeln — Formular ausfüllen, anrufen, Route planen.

Ein Beispiel: Eine Zahnarztpraxis in Frankfurt hat ihre Display-Kampagne (500 Euro/Monat, CPA 85 Euro) im Juli 2026 freiwillig zu Demand Gen migriert. Nach der Lernphase sank der CPA auf 62 Euro, weil die Kampagne zusätzlich über Google Discover Patienten erreichte, die aktiv nach Zahnbehandlungen recherchierten.

Was jetzt zu tun ist

Die Display-zu-Demand-Gen-Migration kommt — die Frage ist nur, ob Sie sie selbst steuern oder Google das für Sie erledigt. Die Erfahrung mit früheren Google-Migrationen (Enhanced Campaigns 2013, Smart Shopping zu PMax 2022, DSA zu AI Max 2026) zeigt: Wer früh umstellt und die Lernphase kontrolliert durchläuft, erzielt bessere Ergebnisse als späte Umsteiger.

Nächste Schritte

  • ✓ Display-Kampagnen im Konto identifizieren
  • ✓ Performance-Benchmark der letzten 90 Tage exportieren
  • ✓ Bild- und Video-Creatives in allen Demand-Gen-Formaten vorbereiten
  • ✓ Migrationstool im Google-Ads-Konto aufrufen und Testmigration starten
  • ✓ Channel Controls konfigurieren (mindestens GDN + YouTube aktivieren)
  • ✓ 2 Wochen Lernphase ohne Eingriffe einplanen
  • ✓ Nach 30 Tagen Benchmark-Vergleich durchführen

Für KMU mit kleinem Werbebudget (unter 500 Euro/Monat) gilt besonders: Demand Gen braucht genügend Conversion-Daten, um den Algorithmus zu füttern. Wenn Ihre Display-Kampagne weniger als 10 Conversions pro Monat liefert, sollten Sie vor der Migration prüfen, ob ein breiteres Conversion-Ziel (z.B. Telefonanrufe und Formularanfragen zusammen) die Datenbasis verbessert.

Migration ohne Risiko starten

Wir prüfen Ihre Google-Ads-Kampagnen kostenlos und zeigen, ob die Demand-Gen-Migration für Sie Sinn ergibt — mit konkretem Fahrplan.

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