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21.09.2026 9 Min Lesezeit

Google Ads AI Max: Auto-Migration läuft — was KMU jetzt prüfen müssen

Seit dem 1. September 2026 stellt Google Ads Broad-Match- und ACA-Kampagnen automatisch auf AI Max um. Wer nicht prüft, riskiert Streuverluste und steigende Klickkosten. Was KMU jetzt konkret kontrollieren müssen.

Was gerade in Ihrem Google-Ads-Konto passiert

Google hat am 1. September 2026 damit begonnen, zwei Typen von Search-Kampagnen automatisch auf AI Max umzustellen: Kampagnen mit der Einstellung „Broad Match auf Kampagnenebene" und Kampagnen mit „Automatically Created Assets" (ACA). Die Migration läuft den gesamten September über schrittweise — bis zum 30. September sollen alle betroffenen Kampagnen umgestellt sein.

Das bedeutet: Wenn Sie in Ihrem Google-Ads-Konto Suchkampagnen mit einer dieser beiden Einstellungen betreiben, wurden Ihre Kampagnen möglicherweise bereits umgestellt — ohne dass Sie aktiv etwas getan haben.

Info

Seit dem 3. August 2026 lassen sich neue Kampagnen mit der alten Broad-Match-Kampagneneinstellung und dem alten ACA-Format weder über die Google-Ads-Oberfläche noch über den Ads Editor oder die API anlegen. Die Umstellung ist also keine Option, sondern Googles neue Standardarchitektur für Suchkampagnen.

Was AI Max konkret verändert

AI Max ist kein neuer Kampagnentyp. Ihre bestehenden Kampagnen-IDs bleiben erhalten, Budgets und Gebotsstrategien werden nicht angefasst. Was sich ändert, ist die Art, wie Google Ihre Anzeigen ausspielt und welche Suchanfragen bedient werden.

Bei Kampagnen, die vorher ACA nutzten, aktiviert Google automatisch zwei neue Funktionen: Search Term Matching und Text Customization. Das heißt: Google passt Anzeigentexte dynamisch an und erweitert die Suchanfragen, auf die Ihre Anzeigen erscheinen — über Ihre hinterlegten Keywords hinaus.

Bei Kampagnen mit der alten Broad-Match-Einstellung auf Kampagnenebene wird Search Term Matching aktiviert. Google entscheidet dann eigenständig, bei welchen verwandten Suchanfragen Ihre Anzeigen erscheinen.

Wurde Ihre Kampagne migriert?

  • ✓ Im Google-Ads-Konto unter „Kampagneneinstellungen" prüfen, ob AI Max aktiv ist
  • ✓ Unter „Änderungsverlauf" nach automatischen Änderungen im September suchen
  • ✓ Im Reiter „Empfehlungen" nach AI-Max-Hinweisen schauen

Warum die automatische Umstellung riskant ist

Für KMU mit kleinen Budgets zwischen 500 und 3.000 Euro im Monat kann die erweiterte Ausspielung problematisch werden. Google optimiert auf Reichweite — aber nicht unbedingt auf die Art von Anfragen, die ein Handwerksbetrieb, eine Praxis oder ein lokaler Dienstleister braucht.

Ein Beispiel: Ein Maler in Hamburg schaltet Anzeigen auf „Maler Hamburg Altbau". Nach der Migration zu AI Max mit aktivem Search Term Matching kann Google die Anzeige auch bei „Malerbedarf Hamburg kaufen" oder „Maler Ausbildung Hamburg" ausspielen — Suchanfragen, die Budget verbrennen, ohne einen einzigen Auftrag zu bringen.

Das Problem: Viele KMU bemerken die Umstellung erst, wenn die Klickkosten steigen oder die Anfragen-Qualität sinkt. Wer sein Konto nicht regelmäßig prüft, zahlt im schlimmsten Fall wochenlang für irrelevante Klicks.

✓ Tun

  • Suchbegriffsbericht wöchentlich prüfen
  • Brand Exclusions einrichten
  • Negative Keywords aktualisieren
  • URL-Ausschlüsse setzen

✗ Lassen

  • Migration ignorieren und auf Google vertrauen
  • Negative Keywords seit Monaten nicht gepflegt
  • Berichte nur monatlich anschauen
  • Ohne Conversion-Tracking optimieren

Die fünf wichtigsten Prüfschritte nach der Migration

Wenn Ihre Kampagnen bereits migriert wurden — oder Sie sich darauf vorbereiten wollen — sind diese fünf Schritte entscheidend:

1. Suchbegriffsbericht der letzten 90 Tage exportieren

Laden Sie den Suchbegriffsbericht herunter und identifizieren Sie alle Suchanfragen, die Kosten verursacht haben, aber keine Conversion gebracht haben. Jede dieser Anfragen mit Kosten über Ihrem Ziel-CPA gehört als negatives Keyword in Ihre Kampagne. Laut Search Engine Land ist dieser Schritt die wichtigste Absicherung vor unkontrollierter Reichweite.

2. Brand Exclusions einrichten

AI Max übernimmt Ihre bestehenden Markeneinschluss- und Markenausschluss-Listen. Wenn Sie bisher keine Brand Exclusions hinterlegt haben, sollten Sie das nachholen. Schließen Sie Mitbewerber-Markennamen und branchenfremde Begriffe aus, um zu verhindern, dass Google Ihre Anzeigen bei irrelevanten Markensuchen ausspielt.

3. URL-Ausschlüsse definieren

AI Max kann Nutzer auf Landingpages leiten, die Sie nicht als Werbeziel vorgesehen haben — etwa Ihre Datenschutzseite, Ihr Impressum oder veraltete Angebotsseiten. Unter den AI-Max-Einstellungen können Sie URL-Ausschlüsse und URL-Einschlüsse definieren. Setzen Sie nur die Seiten als Ziel, auf denen eine Conversion möglich ist.

4. Conversion-Tracking prüfen

AI Max optimiert auf Basis Ihrer Conversion-Daten. Wenn Ihr Tracking fehlerhaft ist — etwa weil das Kontaktformular keinen Conversion-Event auslöst oder weil Telefon-Conversions nicht erfasst werden — gibt die Automatisierung ihr Budget auf Grundlage falscher Signale aus. Testen Sie jede Conversion-Aktion einmal manuell durch.

5. Neue Reporting-Struktur verstehen

Nach der Migration tragen Suchbegriffe jetzt einen Source-Wert, der unterscheidet, ob der Klick über ein hinterlegtes Keyword oder über AI Max Broad Matching zustande kam. Diese Unterscheidung finden Sie im Suchbegriffsbericht unter der neuen Spalte. Laut Improvado verschiebt sich der Analyse-Schwerpunkt weg von Keyword-Metriken hin zu den Berichten für Suchbegriffe, Assets und Landingpages.

Was KMU mit kleinem Budget besonders beachten müssen

Für Unternehmen mit Monatsbudgets unter 2.000 Euro ist die automatische Reichweiten-Erweiterung besonders kritisch. Jeder irrelevante Klick für 3 bis 8 Euro schlägt prozentual stärker ins Budget als bei einem Großunternehmen mit fünfstelligem Monatsbudget.

Drei Maßnahmen, die sich bei kleinen Budgets sofort lohnen:

Wöchentliche 15-Minuten-Routine: Jeden Montag den Suchbegriffsbericht der Vorwoche prüfen. Irrelevante Begriffe als negative Keywords hinzufügen. Das kostet eine Viertelstunde und kann hunderte Euro im Monat sparen.

Locations of Interest einschränken: AI Max kann Ihre Anzeigen geografisch weiter ausspielen als gewollt. Prüfen Sie unter den Standorteinstellungen, ob nur „Nutzer an meinem Zielort" oder auch „Nutzer, die sich für meinen Zielort interessieren" angesprochen werden. Für lokale Betriebe ist die engere Einstellung meist sinnvoller.

Lernphase nicht durch Panik-Änderungen stören: Nach der Migration braucht AI Max etwa 7 bis 14 Tage, um sich auf Ihre Kampagne einzustellen. Ändern Sie in dieser Zeit nicht Budget, Gebotsstrategie und Zielgruppe gleichzeitig. Eine Änderung pro Woche — sonst startet die Lernphase immer wieder von vorn.

Info

Google gibt an, dass AI Max die Kampagnen-IDs beibehält und Budgets sowie Gebotsstrategien nicht verändert. Trotzdem kann die erweiterte Ausspielung den effektiven CPA erhöhen, wenn keine negativen Keywords gepflegt werden. Laut SE Roundtable wurden betroffene Konten per E-Mail benachrichtigt — viele KMU haben diese Mails jedoch übersehen.

DSA-Migration kommt erst im Februar 2027

Wichtig zur Abgrenzung: Die Migration von Dynamic Search Ads (DSA) zu AI Max wurde auf Februar 2027 verschoben. Wenn Sie ausschließlich DSA-Kampagnen nutzen, betrifft Sie die September-Migration nicht direkt. Sie haben also noch Zeit, sich darauf vorzubereiten.

Allerdings ist die DSA-Migration umfangreicher, weil DSA-Kampagnen stärker auf automatische Landingpage-Auswahl setzen. Wer jetzt bei der Broad-Match-Migration lernt, wie AI Max arbeitet und welche Kontrolleinstellungen greifen, ist im Februar besser vorbereitet.

Wir hatten im Juni bereits über die DSA-Abschaltung und den Migrationsfahrplan berichtet. Die dort beschriebenen Vorbereitungsschritte — insbesondere das Sichern von Landingpage-Berichten und das Anlegen expliziter Keywords für Ihre besten DSA-Seiten — gelten weiterhin.

So prüfen Sie Ihr Konto in 30 Minuten

Für die meisten KMU reicht eine halbstündige Prüfung, um die wichtigsten Risiken der Auto-Migration abzufangen:

1. Konto öffnen und unter „Kampagnen" filtern nach Search-Kampagnen 2. Kampagneneinstellungen prüfen: Ist AI Max aktiv? Welche Funktionen (Search Term Matching, Text Customization) sind eingeschaltet? 3. Suchbegriffsbericht der letzten 30 Tage exportieren und nach Anfragen ohne Conversion filtern 4. Negative Keywords ergänzen für alle irrelevanten Suchbegriffe 5. Brand Exclusions prüfen oder erstmals einrichten 6. URL-Ausschlüsse setzen für Seiten ohne Conversion-Möglichkeit 7. Conversion-Tracking testen: Formular absenden, Testanruf, Ziel in GA4 prüfen 8. Standort-Einstellungen auf „Nutzer an meinem Zielort" einschränken

Wer diese acht Punkte abarbeitet, hat die größten Risiken der Migration im Griff — ohne stundenlanges Konto-Audit.

Kampagne schon migriert? Wir prüfen Ihr Konto.

Die AI-Max-Migration läuft — und viele KMU bemerken die Änderungen erst an steigenden Kosten. Wir prüfen Ihre Google-Ads-Kampagnen kostenlos und zeigen, wo Sie Geld verbrennen.

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