Was gerade in Ihrem Google-Ads-Konto passiert
Google hat am 1. September 2026 damit begonnen, zwei Typen von Search-Kampagnen automatisch auf AI Max umzustellen: Kampagnen mit der Einstellung „Broad Match auf Kampagnenebene" und Kampagnen mit „Automatically Created Assets" (ACA). Die Migration laeuft den gesamten September ueber schrittweise — bis zum 30. September sollen alle betroffenen Kampagnen umgestellt sein.
Das bedeutet: Wenn Sie in Ihrem Google-Ads-Konto Suchkampagnen mit einer dieser beiden Einstellungen betreiben, wurden Ihre Kampagnen moeglicherweise bereits umgestellt — ohne dass Sie aktiv etwas getan haben.
Info
Seit dem 3. August 2026 lassen sich neue Kampagnen mit der alten Broad-Match-Kampagneneinstellung und dem alten ACA-Format weder ueber die Google-Ads-Oberflaeche noch ueber den Ads Editor oder die API anlegen. Die Umstellung ist also keine Option, sondern Googles neue Standardarchitektur fuer Suchkampagnen.
Was AI Max konkret veraendert
AI Max ist kein neuer Kampagnentyp. Ihre bestehenden Kampagnen-IDs bleiben erhalten, Budgets und Gebotsstrategien werden nicht angefasst. Was sich aendert, ist die Art, wie Google Ihre Anzeigen ausspielt und welche Suchanfragen bedient werden.
Bei Kampagnen, die vorher ACA nutzten, aktiviert Google automatisch zwei neue Funktionen: Search Term Matching und Text Customization. Das heisst: Google passt Anzeigentexte dynamisch an und erweitert die Suchanfragen, auf die Ihre Anzeigen erscheinen — ueber Ihre hinterlegten Keywords hinaus.
Bei Kampagnen mit der alten Broad-Match-Einstellung auf Kampagnenebene wird Search Term Matching aktiviert. Google entscheidet dann eigenstaendig, bei welchen verwandten Suchanfragen Ihre Anzeigen erscheinen.
Wurde Ihre Kampagne migriert?
- ✓ Im Google-Ads-Konto unter „Kampagneneinstellungen" pruefen, ob AI Max aktiv ist
- ✓ Unter „Aenderungsverlauf" nach automatischen Aenderungen im September suchen
- ✓ Im Reiter „Empfehlungen" nach AI-Max-Hinweisen schauen
Warum die automatische Umstellung riskant ist
Fuer KMU mit kleinen Budgets zwischen 500 und 3.000 Euro im Monat kann die erweiterte Ausspielung problematisch werden. Google optimiert auf Reichweite — aber nicht unbedingt auf die Art von Anfragen, die ein Handwerksbetrieb, eine Praxis oder ein lokaler Dienstleister braucht.
Ein Beispiel: Ein Maler in Hamburg schaltet Anzeigen auf „Maler Hamburg Altbau". Nach der Migration zu AI Max mit aktivem Search Term Matching kann Google die Anzeige auch bei „Malerbedarf Hamburg kaufen" oder „Maler Ausbildung Hamburg" ausspielen — Suchanfragen, die Budget verbrennen, ohne einen einzigen Auftrag zu bringen.
Das Problem: Viele KMU bemerken die Umstellung erst, wenn die Klickkosten steigen oder die Anfragen-Qualitaet sinkt. Wer sein Konto nicht regelmaessig prueft, zahlt im schlimmsten Fall wochenlang fuer irrelevante Klicks.
✓ Tun
- Suchbegriffsbericht woechentlich pruefen
- Brand Exclusions einrichten
- Negative Keywords aktualisieren
- URL-Ausschluesse setzen
✗ Lassen
- Migration ignorieren und auf Google vertrauen
- Negative Keywords seit Monaten nicht gepflegt
- Berichte nur monatlich anschauen
- Ohne Conversion-Tracking optimieren
Die fuenf wichtigsten Pruefschritte nach der Migration
Wenn Ihre Kampagnen bereits migriert wurden — oder Sie sich darauf vorbereiten wollen — sind diese fuenf Schritte entscheidend:
1. Suchbegriffsbericht der letzten 90 Tage exportieren
Laden Sie den Suchbegriffsbericht herunter und identifizieren Sie alle Suchanfragen, die Kosten verursacht haben, aber keine Conversion gebracht haben. Jede dieser Anfragen mit Kosten ueber Ihrem Ziel-CPA gehoert als negatives Keyword in Ihre Kampagne. Laut Search Engine Land ist dieser Schritt die wichtigste Absicherung vor unkontrollierter Reichweite.
2. Brand Exclusions einrichten
AI Max uebernimmt Ihre bestehenden Markeneinschluss- und Markenausschluss-Listen. Wenn Sie bisher keine Brand Exclusions hinterlegt haben, sollten Sie das nachholen. Schliessen Sie Mitbewerber-Markennamen und branchenfremde Begriffe aus, um zu verhindern, dass Google Ihre Anzeigen bei irrelevanten Markensuchen ausspielt.
3. URL-Ausschluesse definieren
AI Max kann Nutzer auf Landingpages leiten, die Sie nicht als Werbeziel vorgesehen haben — etwa Ihre Datenschutzseite, Ihr Impressum oder veraltete Angebotsseiten. Unter den AI-Max-Einstellungen koennen Sie URL-Ausschluesse und URL-Einschluesse definieren. Setzen Sie nur die Seiten als Ziel, auf denen eine Conversion moeglich ist.
4. Conversion-Tracking pruefen
AI Max optimiert auf Basis Ihrer Conversion-Daten. Wenn Ihr Tracking fehlerhaft ist — etwa weil das Kontaktformular keinen Conversion-Event ausloest oder weil Telefon-Conversions nicht erfasst werden — gibt die Automatisierung ihr Budget auf Grundlage falscher Signale aus. Testen Sie jede Conversion-Aktion einmal manuell durch.
5. Neue Reporting-Struktur verstehen
Nach der Migration tragen Suchbegriffe jetzt einen Source-Wert, der unterscheidet, ob der Klick ueber ein hinterlegtes Keyword oder ueber AI Max Broad Matching zustande kam. Diese Unterscheidung finden Sie im Suchbegriffsbericht unter der neuen Spalte. Laut Improvado verschiebt sich der Analyse-Schwerpunkt weg von Keyword-Metriken hin zu den Berichten fuer Suchbegriffe, Assets und Landingpages.
Was KMU mit kleinem Budget besonders beachten muessen
Fuer Unternehmen mit Monatsbudgets unter 2.000 Euro ist die automatische Reichweiten-Erweiterung besonders kritisch. Jeder irrelevante Klick fuer 3 bis 8 Euro schlaegt prozentual staerker ins Budget als bei einem Grossunternehmen mit fuenfstelligem Monatsbudget.
Drei Massnahmen, die sich bei kleinen Budgets sofort lohnen:
Woechentliche 15-Minuten-Routine: Jeden Montag den Suchbegriffsbericht der Vorwoche pruefen. Irrelevante Begriffe als negative Keywords hinzufuegen. Das kostet eine Viertelstunde und kann hunderte Euro im Monat sparen.
Locations of Interest einschraenken: AI Max kann Ihre Anzeigen geografisch weiter ausspielen als gewollt. Pruefen Sie unter den Standorteinstellungen, ob nur „Nutzer an meinem Zielort" oder auch „Nutzer, die sich fuer meinen Zielort interessieren" angesprochen werden. Fuer lokale Betriebe ist die engere Einstellung meist sinnvoller.
Lernphase nicht durch Panik-Aenderungen stoeren: Nach der Migration braucht AI Max etwa 7 bis 14 Tage, um sich auf Ihre Kampagne einzustellen. Aendern Sie in dieser Zeit nicht Budget, Gebotsstrategie und Zielgruppe gleichzeitig. Eine Aenderung pro Woche — sonst startet die Lernphase immer wieder von vorn.
Info
Google gibt an, dass AI Max die Kampagnen-IDs beibehält und Budgets sowie Gebotsstrategien nicht veraendert. Trotzdem kann die erweiterte Ausspielung den effektiven CPA erhoehen, wenn keine negativen Keywords gepflegt werden. Laut SE Roundtable wurden betroffene Konten per E-Mail benachrichtigt — viele KMU haben diese Mails jedoch uebersehen.
DSA-Migration kommt erst im Februar 2027
Wichtig zur Abgrenzung: Die Migration von Dynamic Search Ads (DSA) zu AI Max wurde auf Februar 2027 verschoben. Wenn Sie ausschliesslich DSA-Kampagnen nutzen, betrifft Sie die September-Migration nicht direkt. Sie haben also noch Zeit, sich darauf vorzubereiten.
Allerdings ist die DSA-Migration umfangreicher, weil DSA-Kampagnen staerker auf automatische Landingpage-Auswahl setzen. Wer jetzt bei der Broad-Match-Migration lernt, wie AI Max arbeitet und welche Kontrolleinstellungen greifen, ist im Februar besser vorbereitet.
Wir hatten im Juni bereits ueber die DSA-Abschaltung und den Migrationsfahrplan berichtet. Die dort beschriebenen Vorbereitungsschritte — insbesondere das Sichern von Landingpage-Berichten und das Anlegen expliziter Keywords fuer Ihre besten DSA-Seiten — gelten weiterhin.
So pruefen Sie Ihr Konto in 30 Minuten
Fuer die meisten KMU reicht eine halbstuendige Pruefung, um die wichtigsten Risiken der Auto-Migration abzufangen:
1. Konto oeffnen und unter „Kampagnen" filtern nach Search-Kampagnen 2. Kampagneneinstellungen pruefen: Ist AI Max aktiv? Welche Funktionen (Search Term Matching, Text Customization) sind eingeschaltet? 3. Suchbegriffsbericht der letzten 30 Tage exportieren und nach Anfragen ohne Conversion filtern 4. Negative Keywords ergaenzen fuer alle irrelevanten Suchbegriffe 5. Brand Exclusions pruefen oder erstmals einrichten 6. URL-Ausschluesse setzen fuer Seiten ohne Conversion-Moeglichkeit 7. Conversion-Tracking testen: Formular absenden, Testanruf, Ziel in GA4 pruefen 8. Standort-Einstellungen auf „Nutzer an meinem Zielort" einschraenken
Wer diese acht Punkte abarbeitet, hat die groessten Risiken der Migration im Griff — ohne stundenlanges Konto-Audit.
Kampagne schon migriert? Wir pruefen Ihr Konto.
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