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07.10.2026 9 Min Lesezeit

Google baut lokale Suche um: Zwei Bloecke statt einer Liste

Google zeigt bei lokalen Suchanfragen jetzt zwei getrennte Bereiche: Unternehmen und Weitere Websites. Wer nur auf einen der beiden Bloecke setzt, verliert die Haelfte seiner Sichtbarkeit.

Wer im September oder Oktober 2026 nach einem lokalen Dienstleister googelt, sieht auf dem Desktop ein neues Layout. Statt einer gemischten Ergebnisliste zeigt Google zwei klar getrennte Bereiche: oben einen Block mit der Ueberschrift Unternehmen — das bisherige Local Pack mit Karte und drei Eintraegen — und direkt darunter einen Block Weitere Websites, in dem organische Treffer als Karussell erscheinen.

Die Aenderung betrifft den gesamten Europaeischen Wirtschaftsraum und ist eine direkte Folge des Digital Markets Act (DMA). Fuer lokale Betriebe in Deutschland ist das mehr als ein optisches Update: Es veraendert, wo und wie potenzielle Kunden auf Ihr Angebot aufmerksam werden.

Was genau sich in den Suchergebnissen aendert

Bisher zeigte Google bei einer Suche wie „Klempner Hamburg" ein Local Pack (drei Unternehmenseintraege mit Karte), gefolgt von den organischen Suchergebnissen. Die Grenzen zwischen beiden Bereichen waren fliessend — Nutzer scrollten einfach durch eine zusammenhaengende Liste.

Jetzt trennt Google die Ergebnisse visuell und funktional:

Block 1 — Unternehmen: Enthalt das Local Pack mit Karte und bis zu drei Google-Business-Profile-Eintraege. Hier zaehlen Naehe, Bewertungen, Oeffnungszeiten und die Vollstaendigkeit des Profils.

Block 2 — Weitere Websites: Ein horizontales Karussell mit organischen Webseiten. Hier zaehlen klassische SEO-Signale: Seitenqualitaet, Inhaltstiefe, Ladezeit, strukturierte Daten.

Laut SEO Suedwest ist diese Trennung bereits in Deutschland aktiv sichtbar — zumindest auf dem Desktop. Auf Mobilgeraeten zeigt Google das neue Layout teilweise noch nicht oder in abweichender Form.

Warum Google diesen Umbau vornimmt

Der Ausloeser ist der Digital Markets Act der EU. Seit September 2026 fuehrt Google im gesamten EWR sogenannte Aggregator Units und Supplier Units ein. Vereinfacht gesagt: Google muss Vergleichsdiensten (Aggregatoren wie Check24, Jameda oder MyHammer) den gleichen Platz einraeumen wie den eigenen Ergebnissen.

Das Ergebnis fuer lokale Suchanfragen:

  • Der Unternehmen-Block zeigt weiterhin Google-eigene Daten aus Business Profiles
  • Der Weitere-Websites-Block gibt externen Plattformen und den eigenen Unternehmenswebsites eine getrennte Buehne

Fuer KMU bedeutet das: Es gibt jetzt zwei unabhaengige Wege, in den oberen Bereich der lokalen Suchergebnisse zu gelangen. Wer bisher nur auf sein Google-Business-Profil gesetzt hat, uebersieht den zweiten Block. Und wer nur SEO betreibt, aber kein gepflegtes Profil hat, fehlt im ersten.

Was der Umbau fuer verschiedene Branchen bedeutet

Die Auswirkungen sind nicht fuer alle gleich:

✓ Tun

  • Google Business Profile UND Website gleichwertig pflegen
  • Strukturierte Daten auf der Website einbauen
  • Bewertungen aktiv einholen (letzte 3 Monate zaehlen am staerksten)

✗ Lassen

  • Nur auf Google-Profil verlassen ohne eigene Website
  • Website ohne lokalen Bezug betreiben
  • Bewertungen kaufen oder tauschen (Google sperrt Profile dafuer)

Handwerker und Gebaeudereiniger: Der Unternehmen-Block ist entscheidend — hier suchen Kunden nach sofortiger Verfuegbarkeit und Naehe. Aber der Weitere-Websites-Block zeigt Seiten mit Leistungsbeschreibungen, Preisangaben und Referenzen. Wer beides hat, erscheint doppelt.

Aerzte und Zahnaerzte: Jameda und Doctolib erscheinen im Websites-Block als Aggregatoren. Praxen ohne eigene optimierte Website sind dort nur ueber Drittplattformen sichtbar — und zahlen dafuer.

Steuerberater und Anwaelte: Hier spielt der Websites-Block eine groessere Rolle, weil Mandanten vor dem Kontakt ausfuehrlicher recherchieren. Eine Kanzlei-Website mit Fachgebieten, Team und FAQ-Bereich hat im Karussell einen klaren Vorteil.

So optimieren Sie Ihr Google Business Profile fuer Block 1

Der Unternehmen-Block zieht seine Daten direkt aus Ihrem Google Business Profile. Die Ranking-Faktoren dafuer sind seit Jahren aehnlich, aber durch die visuelle Trennung wird die Auswirkung einzelner Signale deutlicher:

Google Business Profile Optimierung

  • ✓ Unternehmensname exakt wie im Handelsregister (kein Keyword-Stuffing)
  • ✓ Alle Leistungen als Attribute hinterlegt
  • ✓ Oeffnungszeiten woechentlich aktuell
  • ✓ Fotos mindestens 10 Stueck, davon 3 aus den letzten 90 Tagen
  • ✓ Bewertungen mit Antwort innerhalb von 48 Stunden
  • ✓ Beitraege mindestens 2x pro Monat

Info

Laut BrightLocal-Studie 2026 gewichten KI-basierte Suchergebnisse Google-Bewertungen der letzten 3 Monate mit bis zu 74 % staerker als aeltere Bewertungen. Fuer den Unternehmen-Block zaehlt also Aktualitaet mehr als Masse.

Ein haeufiger Fehler: Betriebe legen Keywords in den Unternehmensnamen. Google sperrt dafuer seit 2026 verstaerkt Profile — und eine Sperrung bedeutet vollstaendigen Verlust der Sichtbarkeit im Unternehmen-Block.

So erscheinen Sie im Weitere-Websites-Block

Der zweite Block funktioniert nach klassischen SEO-Regeln, mit einer wichtigen Ergaenzung: Lokaler Bezug muss auf der Seite erkennbar sein.

Konkret heisst das:

1. Standortseiten mit echtem Inhalt: Erstellen Sie fuer jeden Standort eine eigene Unterseite mit Adresse, Anfahrt, Einzugsgebiet und spezifischen Leistungen. Keine duplizierte Vorlage, bei der nur der Stadtnamen ausgetauscht wird — Google erkennt das und filtert solche Seiten heraus.

2. Strukturierte Daten (LocalBusiness-Schema): Hinterlegen Sie mindestens Name, Adresse, Telefonnummer, Oeffnungszeiten und Leistungsbeschreibungen als JSON-LD. Das erhoet die Chance, im Karussell mit erweiterten Snippets zu erscheinen.

3. Ladezeit unter 2,5 Sekunden (LCP): Der Weitere-Websites-Block zeigt Seiten als Karussell-Karten. Google bevorzugt Seiten, die schnell laden und auf Mobilgeraeten stabil dargestellt werden. Ein LCP ueber 2,5 Sekunden schiebt Sie aus den oberen Positionen.

4. E-E-A-T-Signale staerken: Autorenprofile, Impressum, Qualifikationsnachweise und echte Kundenstimmen (nicht als Screenshot, sondern als zitierter Text mit Name und Datum) sind lokale Trust-Signale, die Google im Websites-Block bewertet.

Doppelte Sichtbarkeit: Die neue Strategie fuer lokale Betriebe

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Umbau: Unternehmen und Weitere Websites sind zwei getrennte Ranking-Wettbewerbe. Sie koennen in beiden erscheinen — und sollten das auch anstreben.

Ein Handwerker, der im Unternehmen-Block auf Platz 2 steht UND dessen Website im Weitere-Websites-Karussell erscheint, nimmt auf der Ergebnisseite doppelt so viel Flaeche ein wie ein Wettbewerber, der nur in einem Block vorkommt.

Die Strategie dafuer ist nicht kompliziert, aber sie erfordert Arbeit an zwei Fronten gleichzeitig:

Doppelte Sichtbarkeit Checkliste

  • ✓ Google Business Profile vollstaendig und aktuell (Block 1)
  • ✓ Website mit LocalBusiness-Schema und standortspezifischen Inhalten (Block 2)
  • ✓ Bewertungen der letzten 90 Tage aktiv einholen (Block 1 + KI-Suche)
  • ✓ Core Web Vitals bestehen — LCP unter 2,5s, CLS unter 0,1 (Block 2)
  • ✓ NAP-Daten (Name, Adresse, Telefon) auf Website und Profil identisch
  • ✓ Mindestens 5 echte Fotos auf dem Profil und auf der Website

Was KMU jetzt konkret tun sollten

Der DMA-Umbau ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund zum Handeln. Die Trennung in zwei Bloecke macht lokale Sichtbarkeit messbar transparenter — aber auch anspruchsvoller.

Diese Woche: 1. Pruefen Sie, ob Ihre Branche + Stadt bereits das neue Layout zeigt (Desktop-Suche im Inkognito-Modus) 2. Oeffnen Sie Ihr Google Business Profile und pruefen Sie Vollstaendigkeit — besonders Attribute, Leistungen und Fotos 3. Pruefen Sie, ob Ihre Website LocalBusiness-Schema enthaelt (Test unter Google Rich Results Test)

Diesen Monat: 4. Holen Sie mindestens 3 neue Google-Bewertungen ein — idealerweise mit Nennung der konkreten Leistung 5. Erstellen oder aktualisieren Sie Ihre Standortseite mit echten lokalen Inhalten 6. Messen Sie Ihre Core Web Vitals unter PageSpeed Insights und beheben Sie LCP-Probleme

Info

Das neue Layout wird laut PinMeTo seit dem 8. September 2026 im EWR ausgerollt. Die Darstellung kann je nach Suchanfrage, Standort und Geraet variieren. Desktop zeigt die Trennung derzeit deutlicher als Mobilgeraete.

Der Umbau hat auch eine positive Seite: KMU mit einer guten Website UND einem gepflegten Google-Profil haben jetzt zwei Chancen statt einer, auf der ersten Suchergebnisseite zu erscheinen. Wer beides vernachlaessigt, gibt diese Plaetze an Wettbewerber und Aggregator-Plattformen ab.

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